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Sizilien...

Teil 2: Die Weiterfahrt nach Sizilien - und Taormina          (Karte von Sizilien? Hier klicken!)

In Gallipoli haben wir uns auch nicht lange aufgehalten - Micha fuhr rein, fluchte, fuhr wieder raus und das war' s... Wobei Gallipoli doch als Geheimtipp unter Kunstkennern gilt! Was 'n Frevel!
Als wir Tarento erreichten, bestand Steffi darauf auszusteigen und mal wieder was anzusehen. Das war dann nicht ganz so einfach: Micha fuhr drei Mal um die Altstadt, sprich, um die Insel auf der die Altstadt liegt, herum, weil die Beschilderung so exzellent war und es kaum Platz für unser Auto gab. Wieder geflucht... Dank Michas Einwänden wegen Hundeverbot in Dom und Co. hat dann auch keiner von uns Hunden mit auf den Stadtbummel dürfen! Wir saßen alle im Bus, und warteten auf tolle Geschichten über den Dom und die Krypta mit ihren vielen alten Knochen. (Die Knochen interessieren mich besonders!) Na, und dann kamen die wieder und waren gar nicht im Dom und der Krypta! Alles zugesperrt! Ist noch keine Saison oder was? Schön soll die Altstadt auch nicht sein. Total vergammelt und fast verlassen. Keine bunten Blumen und nette Cafes mit Cappuccino oder so. Dafür jede Menge einsturzgefährdete Häuser und Fischgestank der durch alle Gassen vom Fischerhafen her hoch zieht.
Warum Schneewittchen und die sechs Zwerge dort auf einem Flachdach wohnen ist uns nicht so richtig klar - drum herum ist die Landschaft nämlich auch nicht so schön. Alles Schneewittchen und die sechs Zwerge... ist verbaut und von Schwerindustrie umlagert, keine Wälder oder so.
Nicht mal saftiges Gras für Rudi. Schnell weiter.
Dachte sich Micha so... Aber da hatte er mal wieder Steffi und ihre Schusseligkeit nicht eingerechnet: Der Objektivdeckel vom Weitwinkel war weg. Der kostet laut Micha schlappe 30 Euro. Die spinnen doch, die Nikoner!) Das sind mindestens 60 Hunde-Kauknochen, wenn nicht noch mehr! Also zurück, weil Micha immer alles wieder findet und dann 60 Kauknochen gespart sind...
An diesem Tag gab es Abends endlich mal richtiges italienisches Essen für uns Vierbeiner: Spaghetti mit Sardinen in Tomaten-Öl-Sauce. Hmmm! (Rudi mag Pasta auch, aber ohne Soße!)
Kalabrien... Kalabrien ist die Gegend unten an der Stiefelspitze, und die ist landschaftlich richtig schön. Steffi meinte, sie hätte sich alles viel einsamer und karger vorgestellt, und war angenehm überrascht von den vielen Pinien- und Laubmischwäldern. Ich dachte zuerst wir wären im Schwarzwald (da war ich schon Mal zum Walderdbeeren sammeln! Naja, gesammelt hat eher Steffi. Lucy, Ari und ich Lucy auf Entdeckungstour haben darauf gewartet, dass uns Steffi welche in den Hals wirft... Aber das war eine andere Geschichte!). Auf alle Fälle war das Grün hier wie eine Mischung aus bayrischem Almland und Schwarzwald. Lucy hat sogar richtige Orchideen entdeckt! Irgendwann war dann Ende mit Schön. Catanzaro liegt am wirklich steilen Hang, besteht aber trotzdem aus Hochhäusern und gigantischen Autobahnen. Bei diesem Anblick fuhren wir dann lieber wieder Richtung Meer. Auf einem großen, vermeintlich ungenutzten  Restaurantparkplatz übernachteten wir. Als wir schon am Schlafen waren sind ganz viele Italiener hungrig geworden und haben uns zugeparkt. Dass die aber nicht alles, was sie bestellten auch Was, schon aufstehen? aufgegessen haben, stellte ich am nächsten Morgen fest: Der Restauranthund - ein ulkiger, x-beiniger Kurzhund mit seltsam heiserer Stimme hatte allerlei Garnelen, Gambas, Krabben, und wie das alles heißt, in seiner Pizzaverpackung vor sich liegen. Mann, hätte ich mich da gerne bedient - wenn da nicht wieder Steffi dazwischen gefunkt hätte! Die gönnt einem aber auch gar nix! Statt dafür zu sorgen, Cattolica in Stilo dass der Restauranthund nicht zu fett wird und gesund bleibt sind wir weiter nach Stilo gefahren. Da sollte es eine byzantinische "Cattolica" geben. Byzantinisch? Byzantinisch ist doch so was wie griechisch - oder? Da müssen wir hin! Ich, Ari und Lucy als gebürtige Griechen müssen die natürlich gesehen haben. Naja, mit durfte wieder nur einer von uns Hunden und das war diesmal Ari. Wir anderen mussten uns wieder mit Aris Erzählungen begnügen. Ari hat berichtet, dass die Cattolica so was wie eine Kirche ist und aus Backsteinen und Terrakotta-Ziegeln besteht und fünf kurze Türme hat. Er hat immerhin die Büsche der Umgebung in unserem Namen markiert...
Den Rest der Stadt, die wie so viele hier am Hang klebt, fanden unsere Menschen nicht so sehenswert und so sind wir weiter Richtung Sizilien gefahren. Regio di Calabria sah auch nicht sehr einladend aus, also nahmen wir direkt die Fähre nach Messina. Die legt alle zehn Minuten ab, also mussten wir nur noch an Bord fahren. Weil sie mit 33 Euro für uns alle nicht so teuer war wie erwartet, springt vielleicht mal wieder eine extra Wurst raus?! (Eine Brücke wird es wohl auch in absehbarer Zeit nicht geben. Die Länge wäre nicht das Problem, aber wie wir ja alle wissen wird die Gegend öfters von Erdbeben heimgesucht und das Meer soll an der Engstelle zwischen Stiefel und Dreieck sehr tief sein - keine günstigen Voraussetzungen...)
Es war Zeit für einen Nachtplatz. Und genau dafür gab es zwischen Messina und Taormina keine einzige Möglichkeit. Zumindest nicht an der Küste. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Es gab wirklich keinen freien Fleck am Strand und die Städte und Ortschaften, die auf unserer Karte deutlich auseinander lagen sind in Wirklichkeit alle miteinander verschmolzen. Irgendwann, kurz vor Taormina sind wir dann frustriert in die Berge gefahren. Direkt nach dem ersten Dorf konnten wir in einer Parkbucht über Nacht stehen bleiben. Zur Entschädigung für das viele Autofahren gab es Spaghetti für alle! Stabheuschrecke Mit Schinken und Ei für uns und mit Spargel für unsere Zweibeiner. Die beiden haben sowieso ständig grünen Spargel gefuttert - kann ich nicht nachvollziehen, mir schmeckt das nicht - obwohl man mir sonst nachsagt, dass ich verfressen wäre (so wie Steffi) und so ziemlich alles futtere (so wie Micha?).
Am nächsten Morgen, am frühen Morgen, noch vor dem Frühstück, waren Micha und Steffi schon wieder mit der Kamera unterwegs. Manchmal ist mir nicht so ganz klar was genau die da eigentlich machen, aber man muss ja nicht alles verstehen. Gell? Nur die ultraschlaue Kira weiß natürlich wieder alles und klärt uns Straßenkinder auf: Eine Stabheuschrecke, die an einer Margerite hängt - und Micha hat sie entdeckt... Wie spannend...
Verlassenes HausBevor wir uns Taormina angeguckt haben, fuhren wir noch mal in das Bergdorf hinein und Micha, Steffi und ich haben uns dieses Forze 'd Acro genauer angeschaut. Die anderen mussten warten. Morgens sind die italienischen Dörfer noch wie leergefegt und wir parkten deshalb ganz zentral mit viel Platz um uns rum. Der Dom war natürlich wieder abgeschlossen, wie so oft, aber ganz weit oben auf dem Berg, nachdem wir durch ganz viele kleine Gassen gelaufen sind und einige Katzen beim morgendlichen Sonnenbad gestört haben, fanden wir Burgreste und einen Friedhof Ein richtiger Engel! . Mann, hätte ich die Miezen gerne auf die Dachrinnen hochgejagt - das hat uns Tante Kira beigebracht! Sogar Ari jagt mittlerweile Katzen, wenn grad' keiner unserer Chefs guckt, und der war früher, wie er sagt, total unbeeindruckt von Katzen. Auf dem Friedhof habe ich einen richtigen Engel gesehen! Und im Dunst konnte ich den Ätna erkennen. Da sollen wir rauf? Der dampft ja! Ungefähr so, wie die leckeren Innereien, die Steffi ab und an für uns kocht. Der muss also noch warm sein! Nur: Wie warm? "Na, vielleicht hat sich der Berg abgekühlt, bis wir dort sind.", dachte ich mir - schließlich lag noch Taormina vor uns und wollte angeschaut werden...
Zuerst fuhren wir also zum Theater von Taormina... Nein, Moment, das haben unsere beiden Fahrer nicht auf Anhieb gefunden. Zuerst fuhren wir ziemlich weit auf einen Berg hinauf bis man das Theater aus weiter Ferne sehen konnte. Wir waren also längst auf dem Weg zu einem anderen, sehenswerten Platz und sind dann auch zuerst dort hin gefahren. Dies Mal durfte Onkel Ari mit...


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Copyright Stefanie Möhrle + Lara