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weiter zum Kamelrennen

Das Dromedar...

...schien mir eine extra Seite wert!

Die Wüstenschiffe zum Überqueren der Sandmeere, aus der Gattung Paarhufer, sind mit zwei Arten vertreten: Das zweihöckrige Kamel oder Trampeltier, und das Dromedar oder einhöckrige Kamel. Das Kamel ist kräftiger (trägt bis zu 450 kg etwa 50 km pro Tag) als das Dromedar und kommt mit seinem dichteren Pelz in kälteren Gegenden vor. Hier soll es um das Dromedar der Beduinen im Nahen Osten gehen.
Der wissenschaftliche Name "Dromedarius" bedeutet "Läufer"...

Ein Beduine mit seinen Kamelen, Copyright Stefanie Möhrle
"Vertraue auf Allah, aber binde dein Kamel gut an!"
(Altes Sprichwort)

Milch, Fleisch, Leder, Haare, Dung als Brennmaterial und Transportkraft liefert das Dromedar den Menschen.
Ein von dem Menschen als Haustier gehaltenes Dromedar wird mit etwa 4 Jahren zum Reittier ausgebildet und lebt bis zu 40 Jahren - sofern es nicht dem Schlächter in die Hände fällt...
Es ernährt sich genügsam von Kräutern, Gräsern und - Akazienzweigen! Leider habe ich bis jetzt versäumt diesen Akt mal in Großaufnahme zu fotografieren. Wenn die über fünf cm langen Stacheln im weichen Maul verschwinden, wird einem ganz schwindlig!
Es kann gut 100 l Wasser in einer Viertel Stunde in sich aufsaugen. Normalerweise trinkt es alle drei bis vierTage, kann aber auch trotz Arbeit bis zu zwei Wochen ohne Wasser auskommen. Außerdem kann es angeblich, ohne davon Schaden zu nehmen, Wasser mit bis zu 6% Salzgehalt trinken.
Zum Vergleich: Der Mensch verträgt maximal 2% Salzgehalt.

Ari mit seinem privaten Kameltreiber, Copyright Dr. Hans-Michael Hackenberg
Hier mein "Lupus muffus" mit seinem zweibeinigen
Kameltreiber auf einem Camelus dromedarius

Beduinen beim Satteln, Copyright Stefanie Möhrle
Beduinen beim Satteln

Der Höcker dient nicht primär als Wasser-, sondern als Fett-, also Energiespeicher. In gewisser Weise auch als Wasserspeicher, allerdings nur durch die Tatsache, dass beim Abbau von Fett immer auch Wasser entsteht! Auch das Dromedar hat zwei Höcker, aber nur der hintere wird voll ausgebildet. Das Dromedar kann die Körpertemperatur um etwa 6 bis 8°C anheben um das Schwitzen zu reduzieren, außerdem aus seiner Ausatemluft einen Teil der Feuchtigkeit zurückgewinnen. Genauso kann es der kühlen, feuchten Nachtluft mit Hilfe seiner stark vergrößerten Nasenschleimhaut einen Teil der Feuchtigkeit entnehmen. Des weiteren wird der Urin stark konzentriert und auch aus dem Kot - vor der Abgabe - alle Flüssigkeit herausgezogen.

Wie kommen die Bedus da rauf?, Copyright Stefanie Möhrle

Kamele sind zumeist freundliche Gesellen. Manchmal bringen sie einen zum Lachen. Als ich einmal von meinem Kamel abstieg, weil es über glatt geschliffene Felsen Wadi-abwärts ging und wir die Tiere entlasten wollten, lief ich mit der "Lenkschnur" in der Hand meinem Kamel voraus. Micha, der schon unten war, bemerkte, ich solle aufpassen, es wäre sehr rutschig... Zu spät: Füße in der Luft, Hintern auf dem Boden, so schlidderte ich über die Granitplatte talwärts. Dann meinte er, ich solle schnell wieder aufstehen (ich hatte das Ende der langen Schnur immer noch in der Hand) bevor das Kamel über mich drüber rennt. Was macht mein Kamel? Ich kann' s nicht glauben: Es guckt, setzt sich auf den Hintern, hält die Vorderfüße gestreckt und rutscht mir, nach meinem Vorbild, hinterher! Leider hat das keiner gefilmt!

BeKamele beim Wälzen, Copyright Stefanie Möhrle

Warten auf Kundschaft, Copyright Stefanie Möhrle

Ein Tipp zum Schluss:
Was man nie tun sollte, es sei denn man möchte seine Mitmenschen längere Zeit auf Abstand halten: Kamele im Nacken kraulen. Die Buttersäure, die es dort bildet, wird man so einfach nicht wieder los - und sie stinkt!

Dromedar im Wadi Rum, Copyright Stefanie Möhrle

Dicke, breite Schwielensohlen und dicke Hornschwielen unter dem Brustkorb und an den Beingelenken, auf denen sich das Dromedar niederlässt, schützen vor der Hitze des Wüstensandes.
Die Nasenöffnungen können gegen Sand durch Schließen geschützt werden und die langen Wimpern schützen die Augen.
Auch die Ohren sind durch endlos viele Haare vor und im Gehörgang geschützt.
Vor dem Einsinken im Sand bewahrt sich das Dromedar mit Hilfe seiner "Schwimmhäute" zwischen den zwei Zehen - beim Auftreten wird der weiche Fuß so breit, dass das Wüstenschiff oben schwimmt... wenn man das so sagen kann...
Außerdem haben sie eine zusätzliche, außergewöhnliche Gangart: Den Passgang (Beim einen Schritt die beiden linken Beine zugleich nach vorne, beim anderen die beiden rechten Beine zugleich nach vorne...)