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Ägypten, Sinai (Teil 3/6) |
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Die
weitere Fahrt nach El Arish erwies sich nicht so einfach wie gedacht.
Für die lausigen 400 km haben wir uns 6 Stunden Fahrtzeit vorgestellt
und sind damit ziemlich auf die Schnauze gefallen. Der eigentlich recht
direkte Weg wurde uns vom Militär versperrt - "not for Tourists!"
Drei Straßen gen Norden durften wir nicht fahren und sind dann eben
weiter bis zum Suezkanal im Westen und den ganzen Weg etwas weiter
nördlich am Mittelmeer wieder zurück gen Osten nach El Arish gefahren.
So sind aus knapp 400 starke 750 km geworden. So ein Ärger!![]() Am Mittelmeer wachsen die Pfirsichbäume im feinsten Sand. Eine Besonderheit auf der Strecke: Bei Tempo 100 läuft ein 10cm langes Etwas von links über die Scheibenwischer nach rechts... Wir haben seit etwa 300 km eine Maus aus Dahab dabei! Aussteigen wollte sie aber nicht, als wir extra angehalten haben. Heute lebt sie wahrscheinlich irgendwo in El Arish! ![]() Hadshas Familie - zumindest ein Teil davon... Aha! Ein Haus, kein Beduinenzelt. "Eigentlich ziemlich groß..." denke ich mir und schon in den ersten 3 Minuten wird klar, dass die Größe der Kinderzahl angepasst ist! Von überall her strömen die eigenen Kinder und die der Verwandtschaft, der Nachbarn,... Bis Mohammed ein Machtwort spricht und alle bis auf die kleinste Tochter und den ältesten, Englisch sprechenden Sohn verschwinden lässt. ![]() Mit wenigen Handgriffen zur Beduinenfrau umgestaltet - hätt' mich einer erkannt? Was ich dann allerdings als mein übelstes Erlebnis einstufen muss: Als Ehrengast in der Runde von mind. 15 Frauen und Kindern im Hausflur auf dem Boden sitzend bekam ich eine besondere Delikatesse kredenzt: Ziegenbuttermilch (würg!). Wenn die alle gewusst hätten, was für eine Überwindung mich das Glas gekostet hat! Vom ersten bis zum letzten Schluck ein einziger Brechreiz!!! Aber was sollte ich tun? Stehen lassen? Unmöglich! Ich glaub' ich war immer noch grün im Gesicht, als ich wieder bei Micha ankam... ![]() Hadshas Schwiegertochter mit ihren jüngsten Töchtern Marijam und Fatma Im Prinzip bin ich einiges gewöhnt: Die Beduinen in der Wüste sammeln beispielsweise die Exkremente der Ziegen und Dromedare, die dann getrocknet für das Kochfeuer verwendet werden, oder das Kamel kriegt sein Wasser aus unserem Kochtopf... Trotzdem hab ich die ganze Zeit über gehofft, dass dies sympathische Tier nicht hinter mir losniest oder sich rumdreht und einen Kuhfladen platschen lässt, oder... ![]() Hadshas Laden, Schwiegertochter, Enkelkinder... |
![]() Beim Pfirsiche Sortieren Immerhin durften wir den Norden der Sinai ausführlich bestaunen. Im Gegensatz zum Süden, der fast ausschließlich aus Bergen und Steinwüste besteht, sieht man hier richtige Sanddünen, zugewehte Straßen und - siehe da: Pfirsichplantagen im Sand! Tatsächlich, die Dinger wachsen im feinsten gelben Sand! ![]() ...und nach Feierabend mit der Familienkutsche nach Hause! Hadshas Familie zu finden war nicht besonders schwierig - selbstverständlich ist sie in der ganzen Gegend bekannt und so werden wir auch sofort zuverlässig mit Eskorte zum Haus ihres Sohns Mohammed gebracht. ![]() Nadja, eine der vielen Verwandten von Hadja, - stolze Mutter von 13 Kindern Als das Begrüßungsritual des Hausherren mit Tee und Früchten beendet war, waren natürlich besonders die Frauen an diesem seltsam blonden Besuch interessiert. Für die Männer schickt sich das nicht! So wurde ich umgehend der weiteren weiblichen Verwandtschaft vorgeführt, was einen kleinen Fußmarsch in die übernächste Straße im Dorf bedeutete. Ich kam mir schon etwas verloren vor, ohne den jungen Dolmetscher von gerade eben, der natürlich an einer Frauenversammlung nicht teilhaben durfte! Aber alles nicht so wild, man hat ja Hände und Füße und ein breites Grinsen. ![]() Ein junger Papa aus El Arish mit Tochter und Esel beim Einkaufen auf dem Suq (Markt). Mittlerweile war es Zeit
für ein Abendessen. Was es genau gegeben hat, weiß ich gar nicht mehr.
Vielmehr ist mir die Situation in Erinnerung geblieben. Da die
arabischen Frauen separat essen, fand ich mich mit der Dame des Hauses,
einigen weiblichen Verwandten und Kindern im Hof zwischen Hühnern und
dem Stolz der Familie - eine Kuh - auf einer Reismatte beim Essen
wieder. |
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Copyright Stefanie Möhrle